Die Familie von Abraham & Fanni (geb. Fuchs) SCHLESINGER

Abraham Schlesinger-on website

Fanni Schlesinger on website

Wir gehen davon aus, dass es sich bei diesen Fotos um Abraham und Fanni (geb. Fuchs) Schlesinger handelt, die Eltern von Hulda Schlesinger, der Ehefrau von Karl Grünbaum. Während Abraham und Fanni Schlesinger nicht in Themar lebten, trifft dies auf ihre Tochter Hulda zu.

Unsere Informationen über die Familie Schlesinger verdanken wir dem Kontakt zur Enkelgeneration von Karl und Hulda (geb. Schlesinger) Grünbaum in Australien. Sie stellten uns die Fotos auf dieser Seite zur Verfügung. Soweit nicht anders angegeben, stammen alle Bilder aus der Sammlung Grünbaum/Meller.

Das Wissen über die Familie von Hulda Schlesinger bringt nicht nur neue Erkenntnisse bezüglich der Familie von Karl und Hulda Grünbaum im Besonderen, sondern auch generell über die Dynamik jüdischer Familien im südwestlichen Thüringen.

Wasungen Schlesingers

Wasungen

Abraham Schlesinger wurde im Walldorf/Werra am 16 Dezember 1844 als erstes Kind von Kappel und Hannah (geb. Mai) Schlesinger geboren. Fanni, öfters als „Fanny“ geschrieben, wurde in Burgkunstadt in Bayern als zweites Kind und zweite Tochter von Isaac und Hanna (geb. Müller) Fuchs geboren.

Fanni und Abraham heirateten am 19. Oktober 1871 in Walldorf/Werra. Zuerst wohnten sie in Wasungen, eine kleine Stadt in der Nähe von Walldorf/Werra, die 1890 etwa 2.500 Einwohner zählte, darunter sehr wenige Juden. Die Volkszählung von 1895 (s. R. Human, S. 23) weist 8 Juden in Wasungen nach, 3 Männer und 5 Frauen.

Abraham und Fanni bekamen zwischen den frühen 1870er und frühen 1880er Jahren vier Kinder. Da Wasungen keine offizielle jüdische Gemeinde besaß, wurden ihre amtlichen Unterlagen von der jüdischen Gemeinde im nahe gelegenen Walldorf/Werra verwaltet. Das Schicksal von drei dieser fünf Kinder ist uns bekannt: von Julius, geb. 1874, Hulda, geb. 1876, und Gustav, geb. 1883.

Grabstein im jüdischen Friedhof Schmalkalden. Foto: Bert Sommer

Einige Zeit nach der Geburt von Gustav 1883 zog die Familie nach Schmalkalden, ungefähr 14 km nordöstlich von Wasungen. Schmalkalden wies 1890 etwa 7.500 Einwohner auf, darunter 110 Juden. Die Stadt war nicht nur größer als Wasungen, sondern hatte auch eine lebendige jüdische Gemeinschaft. Fanni starb am 29. November 1917; Abraham 15 Jahre später am 6. März 1932.

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Am 3. Mai 1904 heiratete Hulda Schlesinger Karl Grünbaum aus Themar. Karl war der jüngste Sohn von Noah Grünbaum und seiner zweiten Frau Josephine, genannt ‚Sophine‘. Acht Jahre lang lebten und arbeiteten Karl and Hulda in der Bahnhofstrasse 150 in Themar, im Warenhaus N. H. Grünbaum, das Karls Vater Noah gegründet hatte. Noah verstarb 1901. Am 31. Januar 1911 wurde Irene, Hulda und Karls erstes Kind, in Themar geboren, aber sie starb bereits nach wenigen Tagen am 5. Februar 1911. 1912 beschlossen Karl und Hulda, Themar zu verlassen und nach Erfurt zu ziehen. Karl verkaufte sein Geschäft an Markus Rosenberg, und das Ehepaar verließ die Stadt im Frühjahr 1913.

In Schmalkalden wohnten Gustav und seine Frau Frieda, geb. Sichel, geboren am 26 Mai 1886 in Eckhartshausen. Wie Hulda und Karl, ist Herbert, das erste Kind von Gustav und Frieda, früh gestorben.

Gustav Schlesinger WWI

Gustav Schlesinger 1915

Sowohl Karl Grünbaum als auch Gustav Schlesinger, Huldas jüngerer Bruder, dienten im Ersten Weltkrieg in der deutschen Armee. Über ihren Rang ist nichts bekannt.

Beide Familien wuchsen: 1913 bekamen Gustav und Frieda in Schmalkalden einen Jungen, Karl;  Im Februar 1916 wurde Ilse Grünbaum, Tochter von Hulda und Karl, in Erfurt geboren. Die Großmutter Fanni Schlesinger, die 71-jährig im November 1917 verstarb, erlebte ihre Enkelin Ilse also nur als Baby.

1920 wurde Gustav und Frieda eine Tochter, Anni, geboren. 1921 kam Kurt Grünbaum in Erfurt zur Welt. Die Postkarten, die Ilse Grünbaum bekam und die ihr so wichtig waren, dass sie sie sogar auf der Flucht ins Exil 1939 nach England und später nach Australien mitnahm, bezeugen die enge Verbindung zwischen der Familie Grünbaum in Erfurt und den Schlesingers in Schmalkalden. Eine der Karten ist an Ilse adressiert, als sie die Sommerferien im Haus von Tante Frieda und Onkel Gustav mit deren Kindern Karl und Anni verbrachte. Dort sah sie auch ihren Großvater Abraham, der nach Fannis Tod weiterhin in Schmalkalden lebte, wo er 1932 auf dem jüdischen Friedhof neben seiner Frau beerdigt wurde. Die zweite Karte wurde ihr von ihrer Tante Frieda und den beiden Kindern nach Erfurt geschickt. [Mehr zu Ilse Grünbaums Postkartensammlung finden Sie hier.61-16-GMC-1930-[IG]-PC-1o261-16-GMC-1930-[IG]-PC-2o2

Wie alle jüdischen Familien so waren auch die Schlesingers der Verfolgung durch die Nazis ausgesetzt, als diese im Januar 1933 an die Macht gelangten. Ältester Sohn Julius ist kurz nach der Übergabe, am 9. März 1933, gestorben und im jüdischen Friedhof Schmalkalden, als letzter Schlesinger dort begraben.

Es ist nicht bekannt, wann genau die Familien von Hulda Grünbaum und Gustav Schlesinger begannen, Auswanderungspläne zu schmieden. Jedenfalls hatte kein Familienmitglied vor der Pogromnacht im November 1938 das Land verlassen. Alle vier männlichen Mitglieder der beiden Familien wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 verhaftet und ins KZ Buchenwald verschleppt. Als sie Anfang Dezember frei kamen, standen sie unter massivem Druck, Deutschland so schnell wie möglich zu verlassen.

Kurt und Thea Schlesinger flohen am 12. Januar 1939 nach Amsterdam, wo sie bis Ende des Jahres unter Quarantäne gestellt wurden. Am 6. März 1940 wurde das deutsch-jüdische Ehepaar im Durchgangslager Westerbork interniert, wo Kurt am Anfang zum Außendienst als Bergmann verpflichtet wurde. Am 15. April 1939 kamen Gustav Schlesinger, seine Frau und ihre beiden Kindern in Buenos Aires an. Ilse und Kurt Grünbaum konnten ebenfalls entkommen und zwar nach England. Ilse verließ Deutschland im Frühjahr 1939 und arbeitete in London während des Krieges als Hausangestellte. Kurt jedoch wurde bei einer Razzia in London am 1. Juli 1940 als ‘enemy alien’, also als dem Kriegsgegner angehöriger Ausländer, verhaftet und nach Australien deportiert. Dort blieb er während des Krieges und beschloss, Australien zu seiner neuen Heimat zu machen.

Quelle: National Archives, London/England


Karl und Hulda Grünbaum jedoch waren in Deutschland gefangen und wurden am 19. September 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Karl starb am 29. März 1943. Hulda Grünbaum aber überlebte, als jüdische Organisationen buchstäblich in letzter Sekunde eine Übereinkunft mit Heinrich Himmler erreichten. Durch die Zahlung von Lösegeld gelang es, Juden aus dem Ghetto Theresienstadt frei zu bekommen. Anfang Februar 1945 gelangten 1.200 Juden, unter ihnen Hulda, nach Sankt Gallen in der Schweiz. Am 11. November 1945 schrieb sie aus dem Grand Hotel Brissago in Locarno, wohin sie zur Erholung gebracht worden war, an Kurt: „Lieber Kurt, ich sende dir die herzlichsten Grüße aus der schönen Schweiz. In Liebe, Mutti.”

Irgendwann im Frühjahr 1946 reiste Hulda zu Ilse nach London, und am 14. Mai 1948 wanderten sie gemeinsam nach Australien aus. Hulda Grünbaum starb dort 1963. Ilse Meller, geb. Grünbaum, verstarb 1981, ihr Bruder Kurt, der sich in Ken Green umbenannte, 1983. Sowohl Ilse als auch Ken heirateten in Australien und gründeten dort Familien. Dank ihrer Kinder wissen wir mittlerweile so viel über die Familien von Hulda und Gustav und über ihre Eltern!

Kurt und Thea Schlesinger haben den Krieg und Holocaust im Durchgangslager Westerbork überlebt und emigrierten am 19. Januar 1951 per Schiff von Rotterdam nach New York, Vereinigte Staaten.

1963-Gustav to Brazil

1954-Gustav

Einige Dinge sind uns auch über das Leben von Gustav Schlesinger und seiner Familie in Argentinien bekannt. Brasilianische Einreisepapiere von 1954 und 1963 geben Anhaltspunkte. Die Kartei von 1954 weist Gustav als verheirateten Landwirt aus. 1963 ist er Witwer im Ruhestand.

Vom Kontakt mit Ilses Sohn in Australien über den Kontakt zu jüdischen Organisationen in Argentinien haben wir weiteren Informationen über die Familie von Gustav, Frieda, Karl und Anni.  So wissen wir jetzt, dass Karl 1964 starb, kurze Zeit nach seiner letzten Brasilienreise.

 Über Informationen oder Fragen bezüglich der Familien Grünbaum oder Schlesinger würden wir uns sehr freuen. Wenden Sie sich bitte an Sharon Meen @ s.meen79@gmail.com oder smeen@mail.ubc.ca.

Unten stehend befindet sich die Nachkommenliste mit den Daten der Familienmitglieder:

  • Abraham SCHLESINGER, geb. 16 Dez 1844 Walldorf/Werra, gest. 06 Mär 1932 Schmalkalden
  • ∞ (19 Okt 1871) Fanni FUCHS, geb. 03 June 1846 Burgkunstadt/Bayern, gest. 29 Nov 1917 Schmalkalden
    • 1. NN SCHLESINGER (F), geb. abt 1872 Wasungen
    • 1. Julius SCHLESINGER, 8 Mär 1874 [Wasungen or Walldorf?]. gest. 9 Mär 1933 Schmalkalden
    • ∞ Hedwig SULZBACHER, geb. 18 Apr 1880 Neustadt a/Aisch, ermordet 1 Jun 1943 Sobibor
      • 2. Kurt Schlesinger, geb. 17 Dez 1902 Schmalkalden, 1939 nach Amsterdam, 1940 Westerbork/überlebt, 1951 in den USA, gest. 3 Aug 1963 USA
      • ∞ (1937) Thea Francis Klein, geb. 3 Jan 1913 Nuremberg, 1939 nach Amsterdam, 1940 Westerbork/überlebt, 1951 in den USA, gest. 16 Aug 2002 FL/USA
    • 1. Hulda SCHLESINGER, geb. 23 Okt 1876 Wasungen, 20 Sept 1942 deportiert nach Ghetto Theresienstadt, 1946 nach England/1948 nach Australien, gest. 27 Jul 1963 Melbourne/Australien
    • ∞ (3 Mai 1904) Karl GRÜNBAUM, geb. 13 Sep 1876 Themar, 19/20 Sep 1942 deportiert ins Ghetto Theresienstadt, ermordet 29 Mär 1943 Ghetto Theresienstadt
      • 2. Irene GRÜNBAUM, geb. 31 Jan 1911 Themar, gest. 05 Feb 1911 Themar
      • 2. Ilse GRÜNBAUM, geb. 29 Feb 1916 Erfurt, 1939 nach England/1948 nach Australien, gest. 15 Jan 1981 Melbourne/Australien
      •    ∞ Albert MELLER, geb. 27 Mai 1919 Lvov/Polen, gest. 4 Mai 2005 Melbourne/Australien
        • 3. Garry MELLER, geb. 1955 Melbourne
      • 2. Kurt GRÜNBAUM (später Ken Green), geb. 03 Feb 1921 Erfurt, 1939 nach England/ 1940 nach Australia, gest. 21 Jul 1983 Melbourne
      •  ∞ Valda (Faye) PEARLMAN, geb. 7 Jan 1923 Ballarat/Au, gest. 19 Jul 2007
        • 3. Lynda GREEN, geb. 1954 Melbourne
        • 3. Rhonda GREEN, geb. 1957 Melbourne
        • 3. Alan GREEN, geb. 1959 Melbourne
    • 1. Gustav SCHLESINGER,geb. 21 Okt 1883 Wasungen, 1939 nach Buenos Aires, gest. 10 Okt 1964 Entre Rios/Australien
    • ∞ Frieda SICHEL, geb. abt 1887 Eckartshausen/Bayern, 1939 nach Buenos Aires, gest. 01 Feb 1945 Alvaraz, Entre Rios/Australien
      • 2. Herbert SCHLESINGER, geb. 1 Nov 1911 Schmalkalden, gest. 6 Feb 1912 Schmalkalden
      • 2. Karl SCHLESINGER, geb. 25 Feb 1913 Schmalkalden, 1939 nach Buenos Aires, gest. 30 Sep 1982 Alvaraz, Entre Rios/Argentinien
      • ∞ Rosi HEINRICH, geb. 06 Feb 1920, gest. 08 Mär 2000 Alvaraz, Entre Rios/Argentinien
        • 3. Raul M. Schlesinger, geb. 1947 Argentinien
      • 2. Anni SCHLESINGER, geb. 1920 Schmalkalden, 1939 nach Buenos Aires, gest. 1972 Argentinien

Quellen:
Die Fotos von Grabsteinen im jüdischen Friedhof Schmalkalden sind von Bert Sommer erstellt; Sehen Sie Jüdischer Friedhof Schmalkalden 
Jüdische Gemeinde Walldorf Werra (Kr. Meiningen), Matrikel, 1839-1938
Hoschek, Jutta. Novemberpogrom 1938 in Erfurt Aus Dokumenten u. Erinnerungen Verlag Vopelius 2014
href=“http://www.insuedthueringen.de/lokal/schmalkalden/fwstzsmlokal/Mahnende-Schicksale;art83450,1806123″ target=“_blank“ rel=“noopener noreferrer“>Mahnende Schicksale,
“ insuedthueringen.de, 11.11.2011
Nothnagel, Hans.  Juden in Südthüringen. 1995. vol 4.
Siegfried Wolf, Juden in Thüringen: Biographischen Daten, vol. 1 & 2

Asociación de Genealogia Judia de Argentina