24.09.2025
Redaktion
Nach dem Zusammentreffen mit der kanadischen Historikerin Sharon Meen ist klar: In Schwarza sollen in Erinnerung an die jüdischen Einwohner Stolpersteine verlegt werden.

„2027 wird es auch in Schwarza Stolpersteine geben.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich am Samstag Schwarzas Bürgermeister Marco Rogowski von der promovierten Historikerin Sharon Meen aus Vancouver/Kanada, den Mitgliedern des Heimat- und Geschichtsvereins, interessierten Bürgern und weiteren Ratsmitgliedern sowie Frank Möller aus Meiningen. Zuvor hatten sich alle mehr als eine Stunde in den Räumen des Heimatmuseums von Schwarza getroffen. Der Anstoß zu diesem Treffen und das Interesse der aus Kanada angereisten Historikerin wurde durch die Recherche von Frank Möller zur jüdischen Familie von Irma Stern gelegt, der die Ergebnisse bereits mehrfach in Vorträgen darstellte. Inzwischen ergaben sich weitere Erkenntnisse in Erweiterung des ursprünglichen Vortrages, unter anderem zur Familie Rosskamm, welche bis Mitte der 1930er-Jahre in Schwarza ansässig und angesehen war. Auch zu dieser Familie finden sich neben Textdokumenten Zeugnisse im Heimatmuseum.
Die größte Anzahl von Mitgliedern hatte die Jüdische Gemeinde von Schwarza Mitte des 19. Jahrhunderts. Aus unterschiedlichen Gründen verlies bereits vor 1933 eine große Anzahl von ihnen den Ort, oft mit dem Ziel Nordamerika. Wie auf dem Treffen zu erfahren war, gab es neben den Familien Stern (deportiert in das Getto Theresienstadt und das Vernichtungslager Belcyze) und der nach den USA ausgewanderten Familie Rosskamm noch weitere jüdische Personen, deren ursprünglicher Wohnort Schwarza war. Ob sich zu Letzteren oder Familie Rosskamm noch weitere Hinweise in Archiven oder von Privatpersonen finden, werden die nächsten zwei Jahre zeigen. So lange ist noch Zeit bis zu dem dann geplanten und erweiterten Vortrag anlässlich der Stolperstein-Verlegung in Schwarza.
Wer in und um Schwarza noch Hinweise oder Erinnerungen (seien es Fotos oder dinglicher Natur) hat kann sich gerne bei Frank Möller per E-Mail unter fahrrad-frank@outlook.de melden.