15.05.2020
Redaktion
Die Verlegung der letzten „Stolpersteine“ in Themar musste wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Der Verein Themar trifft Europa hofft auf Spenden für die Aktion.

Themar – Seit 2013 „stolpern“ Fußgänger in Themar über kleine, glänzende Steine, die in das Pflaster der Bürgersteige eingelassen sind. Wer die Inschriften lesen will, muss stehen bleiben und sich ein wenig bücken. Namen und Daten lassen nur ansatzweise das Schicksal erkennen, das die Menschen – von den Nazis ermordete, jüdische Themarer – zu erleiden hatten, an die auf diese Weise erinnert werden soll.
Am 19. Mai sollten in der Schulstraße und in der Friedensstraße insgesamt zwölf Steine verlegt werden. Der Virus hat diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sowohl der Städtepartnerschaftsverein „Themar trifft Europa“ als auch der Aktionskünstler Gunter Demnig und sein Team mussten die Planung aufgeben. Auch die Nachfahren der Familien, die nach Themar kommen wollten, konnten die Reise nicht antreten.
„So hoffen wir auf das nächste Jahr, um dann die restlichen Stolpersteine verlegen zu können. Auf diese Weise soll an die ehemaligen Nachbarn, Freunde, Geschäftspartner erinnert werden und an die Verbrechen, die an diesen Menschen auch in Themar begangen wurden. Es ist unser Ziel, an alle die Bewohner zu erinnern, die Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns in Themar geworden sind. Dieses Projekt soll noch zu Ende geführt werden und wir danken allen, die uns bis jetzt dabei unterstützt haben. Diese Unterstützung brauchen wir auch noch für die letzte Staffel“, sagt Sabine Müller, Vereinsvorsitzende von Themar trifft Europa.
Der Verein wäre dankbar für jede Unterstützung. Wer sich an der Finanzierung beteiligen möchte, wird gebeten, einen beliebigen Betrag zu überweisen an das Konto:
Themar trifft Europa e. V.
IBAN: DE 36 840 948 145 504 129 644
BIC: GENODEF 1 SHL,
Kennwort: Stolpersteine.
Ein Stein kostet 120 Euro, aber auch kleinere Summen helfen zur Vollendung. Eine Spende würde helfen, die Finanzierung für die letzten Stolpersteine abzusichern.
Die Worte des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker „wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“ sind Mahnung und Aufforderung, besonders auch in unseren Tagen wachsam zu sein gegen Geschichtsvergessenheit und Gleichgültigkeit.