8. Mai 1945 – Befreiung des Ghettos Theresienstadt

Theresienstadt, Czechoslovakia, 1945, Arrival of the Red Army

„Am 8. Mai 1945 ritt ein junger Soldat auf seinem Pferd in den Hof der Kaserne in Theresienstadt und brachte das größte Geschenk – die Freiheit für die kaum noch lebenden Überlebenden der deutschen Konzentrationslager. Ihr seid frei, ihr könnt jetzt nach Hause zu euren Vätern und Söhnen, Ehemännern und Brüdern gehen, ihr seid frei!“ – Bronia Sonnenschein 1985

Bronias Reise durch den Holocaust führte sie in das Vernichtungslager Auschwitz II-Birkenau in Polen, nach Stutthof und dann nach Dresden-Bernsdorf & Co. Im Frühjahr 1945 wurde sie auf einen Todesmarsch von Dresden nach Theresienstadt gezwungen, als eine von 13.000 Menschen, die in den letzten Kriegstagen in das Ghetto strömten.

Bei der Befreiung befanden sich 29.738 Überlebende in Theresienstadt. Unter den Befreiten befanden sich zehn Mitglieder – neun erwachsene Frauen und ein kleiner Junge – der jüdischen Familien von Themar:

  • Hulda Grossmann, geb. Bär, die Enkelin von Samuel und Jette Baer
  • Meta Krakauer, geb. Frankenberg, Tochter von Löb und Jette Frankenberg
  • Doris Lorenzen, geb. Frankenberg, Enkelin von Löb und Jette Frankenberg
  • Minna Frankenberg, geborene Gassenheimer, Tochter von Samuel und Lotte Gassenheimer
  • Helene Gassenheimer, geb. Hirsch, Cousine von Minna Gassenheimer
  • Rita Dressel, geb. Walther, Ur-Ur-Enkelin von Salomon & Karoline Müller,
    • und ihre beiden Kinder:
      • Walter Dressel
      • M. Dressel
    • und ihre zwei Schwestern:
      • Gertrud Heim, geb. Walther
      • Recha Sussmann, geborene Walther

Ein weiteres Mitglied der jüdischen Gemeinde Themar, Hulda Grünbaum, geborene Schlesinger, war bereits 1945 befreit worden, als 1200 Juden von Theresienstadt nach St. Gallen in der Schweiz gebracht wurden.

Im Juli 1950 traf Bronia in Vancouver, British Columbia, ein. Nachdem sie eine Familie gegründet und Karriere gemacht hatte, setzte sie sich dafür ein, dass Generationen von Erwachsenen – wie ich selbst – und junge Menschen ihr Zeugnis über den Holocaust hören können. Wie sie 1997 schrieb, „müssen wir die Erinnerung an den Holocaust lebendig halten, damit er sich nie wiederholen kann“.

Wir erinnern uns an diese zehn Frauen und einen Mann – und an Bronia Sonnenschein, deren Geist, wie ich hoffe, diese Website durchdringt.

Sharon Meen
Vancouver, BC.
8. Mai 2015 

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Gemälde eines Kindes aus dem Ghetto Theresienstadt.