1939 Brief/Postkarte 17

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Max u. Clara Müller, Themar, an Willi Müller, Palästina, den 8. August 1939

L. Willi!
Diesmal nimm mit einer Karte vorlieb, wir haben nicht viel Schreibstoff. Deinen Brief Nr.24 erhielten wir. Herbert wartet noch auf sein Permit, er ist sehr missgestimmt wegen der Verzögerung. Arthur Plaut u. Herbert Gassenheimer haben das Permit u. wandern in Kürze. Auch Lothar Frankenberg hat das Permit. Walter Rosenbaum ist gestern auf 12 Tage nach Blankenese, um nach Bestätigung zur Jugendalijah nach England zu gehen. Ob er wohl bestätigt wird? Onkel Sebald hat an Hannover-Ahlem einen Intensiv-Kursus in Englisch mitgemacht u. hat auch die Oma besucht. Zufällig hörten wir v. Onkel Sebald, der auf seiner Heimreise von Hannover in Eschwege vorsprach, dass Werner beabsichtigt, von seiner Zukünftigen sich wieder zu trennen. – Vor eineigen Tagen ist im Altersheim zu Bad Nauheim der alte Schloss (der Vater von Frau [Selma Schloss Bär] Stern) gestorben. – Zahnarzt Dr. Hummel ist noch nicht verheiratet. Dein Brief trug auf der Umschlag-Rückseite eine aufgeklebten Zettel „Zur Devisenüberwachung zollamtlich geöffnet“. Alle Auslandsbriefe von dieser Woche trugen diese Zettel. Demnach werden manche Wochen Stichproben gemacht. Gelesen werden die Brief schwerlich, es wird nur nach Devisen gefahndet, die nämlich abgeliefert werden müssen. – Ich denke, alles wissenswerte geschrieben zu haben. Es grüsst Dich vielmals Dein Papa

Lieber Willi. Wie war es denn auf Deiner Jerusalemfahrt? Ich bin neugierig wenn Dein Brief ankommt, der diese Reise beschreibt. Ich bin gerade dabei in 3 Hemden für Dich Namen einzunähen. Sie sind für später. Hosen u. Strümpfe beschaffen wir. Schade, dass ich nicht etwas von Deinem Johannesbrot mitessen kann. Ist es dort auch so wurmig? Kirschen hatten wir viele u. Stachelbeeren. Soll ich Dir wieder mal eine Zeitung zum lesen schicken oder sonst etwas? Herzl. Grüsse D Mama

Many greetings from your brother Herbert

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