1939 Brief/Postkarte 14

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Clara Müller, Themar, an Willi Müller, Palästina, 10. Juli 1939

Lieber Willi!
Vielen Dank für Deinen ausführlichen Brief Nr. 21. Wir verfolgen alle Deine Arbeiten u. Zeiteinteilungen mit Interesse. Heute erwarte ich auch eine Karte von l. Oma. Sie würde gern einmal nach hier kommen. Aber die alte Frau kann ja so schwer reisen. Schade daß l. Oma nicht mal ein paar von Euren Weintrauben hat. Am Sonntag war des Götzens Herbert bei uns u. die kleine Domial. Es ist nun bestimmt, daß der Walter Rosenbaum mit seiner Mutter nach Amerika kommt u. zwar diesen Sommer noch. Morgen fährt die Elli Rosenberg fort.
Wie meinst Du, sollten wir Dich vieleicht auch für Amerika anmelden? Oder könntest Du das von dort tun? Bis Deine Nummer an die Reihe käme, würde sich auch Bürgschaft finden. Wenn Du aber Aussicht auf eine gute Stellung in Erez hättest, wäre es vielleicht auch richtig dort zu bleiben. Man kann sich aber für Amerika anmerken lassen u. braucht auch nicht hinzugehen. Also überlege es Dir, die Sache ist ja nicht so eilig. Gut wird es wohl sein, wenn Deine Führerschaft nichts davon erfährt. Mit Religiosität wird in Amerika allerdings nicht viel los sein. Also überlege es Dir, Du bist ja darin sachverständiger als wir. Ich möchte Dir für später etwas Strümpfe zukommen lassen, die Du Dir aufheben sollst. Bevorzugst Du Kniestrümpfe oder Socken oder was sonst? Schreibe mir, wenn Du sonst etwas haben willst, solange wir hier sind, können wir es kaufen, später ist es vorbei. Noch recht herzl. Grüße Deine Mama

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