Was hat die Einweihung eines Uhrwerkes mit dieser Website zu tun?

Uhrmacher Karl Saam. Quelle: Stadtarchiv Themar.

Quelle: “Freies Wort, 9.12.2010

Am 9. Dezember 2010 wurde ein historisches Turmuhrwerk von 1919 aus der Werkstatt von Bernhard Saam der Öffentlichkeit in Themar übergeben. Durch eine Schenkung kam das Werk wieder an seinen Ursprungsort und ist nun in  „Morgenroths Haus“ zu besichtigen.

Was aber hat dieses Ereignis mit unserer Website zu tun?

Vor vier Jahren brachte Andrew Rosengarten, der Sohn von Manfred Rosengarten (geb. 1921 in Themar, gest. 1987 in California) aus dem Nachlass seines Vaters einen Karton mit Briefen in deutscher Sprache in das Vancouver Holocaust Education Centre (VHEC) und bat um Übersetzungshilfe.

Es hat sich eine bemerkenswerte Korrespondenz erschlossen, die Manfred Rosengarten  über vier Jahre (1983–1987) mit ehemaligen nichtjüdischen Schulfreunden aus Themar geführt hatte.

Ein glücklicher Umstand hat zu dieser Korrespondenz geführt. Manfred plante ein Fotoalbum von seiner Heimatstadt für seine Kinder und Enkelkinder. Dazu benötigte er Bilder von Themar. Die Schwester eines kalifornischen Freundes, die in der DDR wohnte, war bereit, nach Themar zu fahren und Fotos zu machen.

Wichtig für Manfred war ein Bild seines Geburtshauses, dem Haus des Uhrmachers Saam. Zufällig traf die Fotografin den Hausbesitzer, Karl Saam, der sich auch noch an die Familie Rosengarten erinnerte. Er lud Manfred Rosengarten zum Briefwechsel ein.

Am 21. August 1983 schrieb Manfred Rosengarten seinen ersten Brief an Karl Saam mit der Bitte, diesen auch an weitere noch lebende und interessierte ehemalige Klassenkameraden zu geben

Das Resultat war eine Lawine von Briefen, die den Ozean zwischen Californien und Themar überquerten, zwischen Manfred Rosengarten und seinen alten Schulkameraden.

Quelle: Sammlung Rosengarten Collection, VHEC Archiv, Vancouver, British Columbia.

So hat also die Geschichte eines Uhrwerkes und seines Erbauers einen direkten Bezug zu unserer Website. Vielleicht denken manche Themarer beim Betrachten dieses Werkes im Schaufenster des alten Ladens in Morgenroths Haus auch an die ehemaligen jüdischen Bewohner ihrer Stadt.

Ihre Stimmen leben noch!

Morgenroth Haus, Themar. Quelle: Stadtarchiv Themar.

 

 

 

 

 

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Das Resultat war eine Lawine von Briefen, die den Ozean zwischen Californien und Themar überquerten, zwischen Manfred Rosengarten und seinen alten Schulkameraden.